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Medizinische Anwendung von Smartphones

Arzt Patient Verhältnis mit Smartphone verbessert

Wir leben nicht nur im Zeitalter des Smartphones, in dem wir ständig für alle unsere Bekannten und Freunde erreichbar sind, sei’s per Handy, sei’s per whatsupp chat, jetzt bricht auch noch die Epoche der digitalen Gesundheit an:

Das Hamburger Abendblatt berichtet heute, 26.4.2014, „Ein Hamburger Rheumatologe hat mit Freunden eine Patienten-App entwickelt. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Betreuung und einen besseren Überblick über den Verlauf dieser chronischen Erkrankung.“

Original hier nachzulesen: http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article127334641/Gesundheit-per-App-aus-dem-Smartphone.html

Es handelt sich um eine sogenannte Applikation, ein Programm, das auf einem Handy installiert werden kann, das es ermöglicht, mit dem behandelnden Arzt, in diesem Fall wurde es für Rheumatologen entwickelt, in Kontakt zu bleiben, um so den Verlauf der Behandlung rheumatischer Erkrankungen enger zu verfolgen und bei Fehlentwicklungen schneller als bisher eingreifen zu können. U.U. auch sogar, ohne dass erst ein Kontrolltermin beim Arzt vereinbart und wahrgenommen werden müßte.

ArztgesprächZwar, so betont der Entwickler,  der selbst Rheumatologe ist, könne die App keinen Arztbesuch ersetzen, aber sie helfe bei verantwortungsvollem Umgang doch sehr, die Kommunikation zwischen Arzt und Patient zu intensivieren. Patienten berichten von einem erhöhten Gefühl der Sicherheit, jederzeit auch außerhalb der Sprechstunde ihren Arzt kontaktieren zu können.

Verlauf chron. Beschwerden besser beurteilbar

Die Besonderheit besteht offenbar darin, dass der Patient täglich Notizen über sein Befinden in die App eintragen kann und diese entweder dem Arzt per Email zukommen läßt oder im Gerät speichert, so dass sie beim nächsten Arztbesuch ausgelesen werden können. Dadurch wird eine Beurteilung des Verlaufs der Beschwerden wesentlich verbessert.

Konventionellerweise ist der Arzt ja auf einen mündlichen Bericht in der Sprechstunde angewiesen. Das ist ein Verfahren, das sehr vom genauen Gedächtnis des Patienten, von seinem Talent, das Wesentliche treffend zusammen zu fassen und auch von der Tagesform des Arztes abhängt.

Wenn nun jedoch täglich eine Art „Note“ hinsichtlich der Schmerzintensität abgespeichert wird, dann kann man ja u.U. bereits auf einen Blick sehen, was sonst über 10 Sätze beschrieben werden müßte.

Bisher standen ähnliche Verfahren, etwa wie das Schmerztagebuch für Migränekranke oder die tägliche Dokumentation der Blutzuckerwerte bei Diabetikern, eher auf altmodischer Papierbasis. Die Dokumentation in Form von Datenreihen, von Computerprogrammen erzeugt und auslesbar, eröffnet da sicher einige neue Spielfelder für die Entwicklung weiterer Anwendungen für Smartphones. Das alles könnte die Behandlung verschiedenster chronischer Erkrankungen erleichtern und intensivieren helfen.

Man sollte bei all der Begeisterung für computertechnische Spielereien in der Medizin jedoch nicht vergessen, dass jedwede Behandlung chronischer Erkrankungen nur immer so gut sein kann, wie der Arzt sich selbst fortlaufend informiert und für neue Behandlungsformen auch alternativer Art offen bleibt. Wenn also diese neue Art der Dokumentation des Verlaufs chronischer Erkrankungen dazu beitragen sollte, dass Ärzte ihre eigenen Behandlungsergebnisse realistischer sehen lernen, dann könnte damit tatsächlich Einiges gewonnen werden.

Medizinische Apps teils laienhaft – es gibt auch kritische Stimmen zum Thema

http://www.youtube.com/watch?v=IsKAHRz9xTo