Neue Methode könnte Verträglichkeit von Transplantaten erhöhen

Die Neue Züricher Zeitung berichtet über ein neues Verfahren der Immunsuppression, Lokale Immunsuppression

Dabei wird das immunsupprimierende Medikament an eine Art Gel gebunden und in das transplantierte Organ injiziert, z.B. in eine Hand. In Versuchen an Ratten habe sich gezeigt, dass auf diese Weise die körpereigene Abwehr nur örtlich begrenzt herabgesetzt wird und kein systemischer Effekt der Immunsuppression eintrete.

Elektromedizin läßt Fingerkuppe nachwachsen
Elektromedizin läßt Fingerkuppe nachwachsen

Bisher ist es ein Problem, bei Transplantation z.B. einer Hand, ein systemisch, auf den ganzen Organismus wirkendes Immunsuppressivum zu verabreichen. Die unerwünschten Effekte einer solchen Dauergabe sind erhöhte Anfälligkeit für Krebs und Infektionen. Gelänge es, den immunsuppressiven Effekt örtlich zu begrenzen, natürlich im Bereich des Transplantates, könnte dies Transplantate erleichtern, die bisher daran scheitern, dass der zu erwartende Schaden aufgrund unerwünschter Wirkungen der Immunsuppression den Nutzen der Transplantation übersteigt.

Die Forschergruppe der Universität Bern, Schweiz, hat nun ein Verfahren entwickelt, in dem das Medikament an ein Hydrogel gebunden injiziert wird. Solange es in dieser Bindung verbleibt, hat es keine immunsuppressive Wirkung. In Entzündungsherden mit ihrer charakteristischen Chemie gibt das Gel jedoch das Medikament frei und es kann wirken.

Die bisherigen Versuche verliefen vielversprechend und erfolgten an Ratten – es steht zu hoffen, dass die Versuche bald in die nächste Phase gehen. Soweit so gut.

Interessant dabei ist, dass die heutige Forschung in der Medizin vornehmlich pharmazeutisch orientiert ist. Solch ein Produkt kann patentiert werden und dann teuer auf den Markt gebracht werden. Nichts gegen Gewinne – wir wollen ja alle gewinnen.

Aber die Frage erhebt sich doch aus meiner Sicht, wieso andere Ansätze der Forschung, ich habe noch gut in Erinnerung, dass es da sehr vielversprechende Ansätze der Elektromedizin gibt, so gar nicht weiter erforscht werden.

Siehe z.B. Robert Becker (scrollen Sie dort etwas nach unten, um das nachgewachsene Fingerendglied zu sehen, und mehr)

Da käme dann ein Mikrostromgerät zum Einsatz, das man auch teuer verkaufen könnte, aber eben nur EINMAL.

Dann müßte man Therapeuten schulen – auch relativ begrenzte Gewinnerwartung. Und die Leute könnten relativ billig verarztet werden und bräuchten überhaupt kein Transplantat (!) – hat daran niemand Interesse?

Was sich die Medizinischen Fakultäten unter Sabottierung ihres eigentlich öffentlichen Forschungsauftrags leisten, kann man nur VERSCHWENDUNG nennen.

Gibt es denn dort niemanden mehr, der einen geweiteten Blick und Kenntnisse des bisher schon Bekannten und Erforschten hat. Die Literatur Robert Becker’s kennt? Da könnte man sich Millionen für Forschung sparen, wenn es denn v.a. um Transplantation von Gliedmaßen geht. Wieviele Finger gehen jedes Jahr verloren? Wie hoch sind die Rentenzahlungen aufgrund solcher Behinderungen? Wie hoch das Leid derjenigen, die z.B. nicht mehr in ihrem erlernten Beruf arbeiten können? Wie hoch der Verlust an Know-How?

Das alles nur, weil wir es erlauben, dass sich Hochschulforschung vornehmlich aus Quellen der Pharmaindustrie finanziert! Eine Angelegenheit, die übrigens nicht nur in der Schweiz überdacht werden müßte.

palliativmedizin

Palliative Medizin von Forschung vernachlässigt?

“Wie lindert man Atemnot, Schmerzen, Halluzinationen? Zu möglichen Therapien für Sterbende gibt es derzeit noch wenig wissenschaftliche Evidenz.”, so schreibt die FAZ in ihrem Artikel über Palliativmedizin am 11.5.2014.

Ich nehme diesen Artikel als Anlass, mir Gedanken zu machen über die Philosophie der Palliativmedizin und der Medizin als Wissenschaft.

Leben verlängern, Gesundheit wieder herstellen, vielleicht sogar Krankheiten vorzubeugen, wie es die eigentliche ärztliche Aufgabe ist, sozusagen die klassische Einstellung der Mediziner, hat die palliative Medizin aufgegeben, sonst würde man sie nicht palliativ nennen.

medizin-am-lebensendeDie kurze Recherche im Lexikon der Internetgeneration, Wikipedia, ergibt eine Erklärung des Begriffs als “Palliation (Linderung, aus lat. ‚pallium‘ (Mantel) bzw. ‚palliare‘ (mit einem Mantel umhüllen, verbergen)) bezeichnet allgemein eine medizinische Maßnahme, deren primäres Ziel nicht der Erhalt (Prophylaxe), die Genesung (Heilung) oder die Wiederherstellung (Rehabilitation) der normalen Körperfunktion, sondern deren bestmögliche Anpassung an die gegebenen physiologischen und psychologischen Verhältnisse ist, ohne gegen den zugrundeliegenden Defekt oder die zugrundeliegende Erkrankung selbst zu wirken.”

Aus dieser Definition heraus wird auch verständlich, warum die Medizin, wie die Autorin des Artikels beklagt, wenig Resourcen für die Palliativmedizin zur Verfügung stellt – sie erfüllt einfach nicht den Anspruch einer engagierten Arzttätigkeit.

Meist, aber nicht immer handelt es sich um Maßnahmen, am Lebensende. Palliativmedizin wird jedoch auch angewendet in den Fällen chronischer Erkrankungen, in denen keine wirksamen Heilmethoden bekannt sind – und das sind so gut wie alle chronischen Krankheiten.

Nehmen wir z.B. die Psoriasis, eine im allgemeinen nicht heilbare chronische Hautkrankheit. Kuren am Toten Meer, Salzwasseranwendungen, verschiedene Tinkturen, die örtlich angewendet werden, UVB Bestrahlungen, Vitamin D3 Gaben … all diese Maßnahmen sind palliativ, nicht heilend also.

Was jedoch medizinische Maßnahmen am Lebensende angeht, so bedauert die Autorin, dass für solche Maßnahmen nur selten ausreichende Evidenz im Sinne eines Erfolgsnachweises mittels klinischer Studien mit Kontrollgruppen vorliege. Sie bedauert, dass solche Studien erstens wenig finanzielle Unterstützung fänden und zweitens auch nur selten von Ethikkommissionen bewilligt würden. Folglich, so die Autorin, würden Sterbenden potentiell sinnvolle Maßnahmen vorenthalten, die Ihr Leiden vermindern helfen könnten, weil die behandelnden Ärzte nicht auf ausreichendes Datenmaterial zurückgreifen könnten, um lindernde Maßnahmen zu treffen.

Auf diese Art der Medizinkonzeption möchte ich kurz krititsch eingehen.

Wieso akzeptiert die Ärzteschaft eigentlich die Forderung, dass sich ihre Therapiemaßnahmen auf möglichst umfangreiches Datenmaterial stützen müsse? Hat nicht der Arzt aufgrund seines Erfahrungshintergrundes das Recht, Maßnahmen einzuleiten, die zwar bisher nicht in Doppelblindstudien geprüft wurden, jedoch seiner Erfahrung nach schlichtweg oft helfen?

Ein Beispiel einer recht gelungenen empirischen Vorgehensweise beim Thema Potenzstörungen fand ich z.B. vor Kurzem hier.

Im Interesse aller Patienten, und nicht nur der Sterbenden, hoffe ich doch sehr, dass diese Spezies der Ärzte, die nicht mehr auf ihren Erfahrungsschatz zurückgreift, sondern sich nur noch lesend ihre Meinung bildet, in der Minderheit ist.

Dringend erforderlich ist es meiner Meinung nach, dass eine Diskussion innerhalb der Ärzteschaft beginnt, mit dem Inhalt  medizintechnokratischen Tendenzen Einhalt zu gebieten. Medizin ist KEINE Wissenschaft, das wird nicht nur, aber auch beim Thema Palliativmedizin deutlich.

Aufpassen, Roboter übernehmen die Macht!

Implantation von Robotern

Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Zyste in der Niere und man injiziert Ihnen Bauteile eines Roboters, der in Ihre Niere schwimmt, sich dort “vor Ort” selbst zusammenbaut, dann Ihre Zyste ansägt, so dass sich deren Inhalt entleeren kann. Dann demontiert er sich selbständig bis zu dem Grad, dass er mit Ihrem Urin nebst Zysteninhalt ausgeschieden werden kann.

Wenn Sie glauben, dass das Science-Fiction ist, dann haben Sie Recht.
Angeblich sollen künftig solche Roboter entwickelt werden, die kleinere mechanische Arbeiten im Körper verrichten sollen. Ich bin eher dafür, dass solche Roboter erst mal für Haushaltsgeräte, Automobile, Rohrleitungen etc. wirklich anwendungsreif entwickelt werden. Aber vielleicht bin ich da ja noch unterinformiert.

Wie auch immer, es gibt Forschungen (Wissenschaftler der Carnegie Mellon University) darüber, solche Mikro-Roboter in Menschen einzuschleusen, um dort – ja was eigentlich – zu tun? In dem mir vorliegenden Aufsatz steht: Wunden heilen helfen.
Siehe hier.

Auch die Deutschen Gesundheits Nachrichten schreiben darüber.

Hier ein passendes Film’chen dazu

Ich werde den Eindruck nicht los, dass hier mal wieder ein Technologieinstitut nach Daseinsberechtnigung sucht. Warum also nicht einfach behaupten, dass so etwas in Zunkunft mal nützlich werden könnte? Ein Wunder nur, dass nicht einfach behauptet wird, dass man damit vielleicht in Zukunft Krebs auflösen könnte, oder Chemotherapeutika direkt an den Ort des bösen Tumors transportieren könnte.

Was die Wundbehandlung angeht: Zwar weiss man, dass sich Wunden in den allermeisten Fällen spontan selbst heilen. Dass in den wenigen Fällen, wo dies nicht geschieht, entweder eine Grunderkrankung vorliegt (z.B. Diabetes), die primär besser einzustellen ist bevor man direkte Wundheilförderung anstrebt, oder eine Infektion, die adäquat zu behandeln ist.

Von den ganz wenigen dann noch übrig bleibenden Fällen, kann ein Teil bereits mit jetzt verfügbaren Methoden äußerlich behandelt werden und schließlich gibt es sehr beachtenswerte elektromedizinische Ansätze zur Heilungsförderung mit Anwendung biologisch verträglichen und optimierten Strömen an der Verletzungsstelle.

So, und wenn all diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind, dann kann man an den futuristischen Einsatz von intrakorporalen Mikro-Robotern denken – aber auch nur dann, wenn das ein gutes Geschäft ist. Von allein käme eigentlich kein Mensch auf solch eine Idee. Was ist mit Thrombosegefahr … – ach so ja, dann muß eben operiert werden. Das hätte man aber auch gleich tun können.

Ich weiß nicht – ich bin da skeptisch. Sorry.

Medizinische Anwendung von Smartphones

Arzt Patient Verhältnis mit Smartphone verbessert

Wir leben nicht nur im Zeitalter des Smartphones, in dem wir ständig für alle unsere Bekannten und Freunde erreichbar sind, sei’s per Handy, sei’s per whatsupp chat, jetzt bricht auch noch die Epoche der digitalen Gesundheit an:

Das Hamburger Abendblatt berichtet heute, 26.4.2014, “Ein Hamburger Rheumatologe hat mit Freunden eine Patienten-App entwickelt. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Betreuung und einen besseren Überblick über den Verlauf dieser chronischen Erkrankung.”

Original hier nachzulesen: http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article127334641/Gesundheit-per-App-aus-dem-Smartphone.html

Es handelt sich um eine sogenannte Applikation, ein Programm, das auf einem Handy installiert werden kann, das es ermöglicht, mit dem behandelnden Arzt, in diesem Fall wurde es für Rheumatologen entwickelt, in Kontakt zu bleiben, um so den Verlauf der Behandlung rheumatischer Erkrankungen enger zu verfolgen und bei Fehlentwicklungen schneller als bisher eingreifen zu können. U.U. auch sogar, ohne dass erst ein Kontrolltermin beim Arzt vereinbart und wahrgenommen werden müßte.

ArztgesprächZwar, so betont der Entwickler,  der selbst Rheumatologe ist, könne die App keinen Arztbesuch ersetzen, aber sie helfe bei verantwortungsvollem Umgang doch sehr, die Kommunikation zwischen Arzt und Patient zu intensivieren. Patienten berichten von einem erhöhten Gefühl der Sicherheit, jederzeit auch außerhalb der Sprechstunde ihren Arzt kontaktieren zu können.

Verlauf chron. Beschwerden besser beurteilbar

Die Besonderheit besteht offenbar darin, dass der Patient täglich Notizen über sein Befinden in die App eintragen kann und diese entweder dem Arzt per Email zukommen läßt oder im Gerät speichert, so dass sie beim nächsten Arztbesuch ausgelesen werden können. Dadurch wird eine Beurteilung des Verlaufs der Beschwerden wesentlich verbessert.

Konventionellerweise ist der Arzt ja auf einen mündlichen Bericht in der Sprechstunde angewiesen. Das ist ein Verfahren, das sehr vom genauen Gedächtnis des Patienten, von seinem Talent, das Wesentliche treffend zusammen zu fassen und auch von der Tagesform des Arztes abhängt.

Wenn nun jedoch täglich eine Art “Note” hinsichtlich der Schmerzintensität abgespeichert wird, dann kann man ja u.U. bereits auf einen Blick sehen, was sonst über 10 Sätze beschrieben werden müßte.

Bisher standen ähnliche Verfahren, etwa wie das Schmerztagebuch für Migränekranke oder die tägliche Dokumentation der Blutzuckerwerte bei Diabetikern, eher auf altmodischer Papierbasis. Die Dokumentation in Form von Datenreihen, von Computerprogrammen erzeugt und auslesbar, eröffnet da sicher einige neue Spielfelder für die Entwicklung weiterer Anwendungen für Smartphones. Das alles könnte die Behandlung verschiedenster chronischer Erkrankungen erleichtern und intensivieren helfen.

Man sollte bei all der Begeisterung für computertechnische Spielereien in der Medizin jedoch nicht vergessen, dass jedwede Behandlung chronischer Erkrankungen nur immer so gut sein kann, wie der Arzt sich selbst fortlaufend informiert und für neue Behandlungsformen auch alternativer Art offen bleibt. Wenn also diese neue Art der Dokumentation des Verlaufs chronischer Erkrankungen dazu beitragen sollte, dass Ärzte ihre eigenen Behandlungsergebnisse realistischer sehen lernen, dann könnte damit tatsächlich Einiges gewonnen werden.

Medizinische Apps teils laienhaft – es gibt auch kritische Stimmen zum Thema